Auch im Fitnessstudio gibt es gewisse Regeln. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, die eigentlich in jedem Gym an der Wand hängen sollten.


Keine Sorge: In diesem Artikel wollen wir nicht den Moralapostel spielen… na gut, ein bisschen vielleicht. Aber wir versuchen, das Ganze mit einem Augenzwinkern zu betrachten.

Denn eigentlich geht es um etwas ganz Einfaches: Jeder soll sich im Gym wohlfühlen und gerne wiederkommen.

Wie der große Fitnessphilosoph Konfuzius schon sagte: „Mit Rücksicht verliert man nichts.“

Wenn du also wirklich Eindruck bei der hübschen Blondine machen willst, die beim Kreuzheben so verdammt gut aussieht, dann zeig, dass du ein echter Gentleman bist!


1) Räum dein Zeug weg

Die absolute und heiligste Wahrheit in den Tempeln der Kraft! Wenn du mit einer Übung fertig bist, gehören die Hanteln wieder zurück an ihren Platz. Dasselbe gilt für die Gewichtsscheiben.

Und bitte: Beim Aufräumen ein bisschen mitdenken! 5-kg-Scheiben gehören zu 5-kg-Scheiben und 20-kg-Scheiben zu 20-kg-Scheiben.

Auch Geräte werden nach der Benutzung wieder abgeräumt. Leg Presse, Smith Machine und Co. sind schließlich kein privates Lager für deine Gewichte.


2) Benutz ein Handtuch

Ein Handtuch gehört mittlerweile eigentlich zur Grundausstattung jedes Gym-Besuchers. Trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die offenbar noch nichts davon gehört haben.

Deshalb noch einmal ganz deutlich:
Beim Training auf Bänken und an Geräten gehört ein Handtuch unter den Körper. Und wenn danach Schweiß zurückbleibt, wird die Fläche sauber gemacht.

Selbstverständlich sollte es auch sein, die Cardiogeräte nach dem Training mit einem Desinfektionsmittel zu reinigen. So einfach ist das.


3) Telefoniere nicht mitten im Gym

Das Fitnessstudio ist kein Großraumbüro und schon gar keine Telefonzelle. Lange Telefongespräche gehören hier einfach nicht hin. Es ist unhöflich und nervt die Menschen in deiner Umgebung.

Niemand möchte während seines Satzes erfahren, wo du den Stempel liegen gelassen hast, den dein Kollege gerade verzweifelt sucht.

Wenn du einen wirklich wichtigen Anruf erledigen musst, geh zur Rezeption oder zumindest aus dem Trainingsbereich.


4) Lass das Equipment nicht krachen

Ja, wir kennen alle die Videos von Ronnie Coleman. Und ja, wir wissen, dass bei manchen Übungen ein spektakuläres Fallenlassen der Hanteln offenbar zum Trainingsritual gehört.

Aber nur weil Ronnie Coleman seine Kurzhanteln nach dem Satz auf den Boden donnern ließ, bedeutet das nicht, dass du damit automatisch einen 50-cm-Bizeps bekommst.

In einem normalen kommerziellen Fitnessstudio hat dieses Verhalten nichts verloren. Wenn ein wirklich großer und starker Typ seine 50-kg-Kurzhanteln nach dem Schrägbankdrücken kontrolliert ablegen kann, wirst du das vermutlich auch schaffen.

Und falls du tatsächlich einmal keine Kraft mehr hast, dir etwas wehgetan hat oder es einen anderen triftigen Grund für einen lauten Knall gibt, dann zeig Größe – und sag einfach kurz „Sorry“.


5) Respektiere die anderen

Früher war es selbstverständlich: Man kommt ins Gym, grüßt die Person an der Rezeption und später die Leute in der Umkleide.

Heute bekommt man für einen freundlichen Gruß von Menschen ohne Kopfhörer manchmal schon einen Blick, der ungefähr sagt: „Was willst du von mir?“

Was ich will? Höflich sein. Und ein bisschen Sportsgeist zeigen. Das Fitnessstudio war früher ein großartiger Ort, um neue Leute kennenzulernen und Freundschaften zu schließen. Leider scheint auch das langsam verloren zu gehen.

Deshalb gilt: Wenn jemand Kopfhörer trägt, möchte er wahrscheinlich in Ruhe trainieren. Und auch wenn die attraktive Frau neben dir gerade ihre Hip Thrusts macht, bedeutet das nicht, dass sie deine ununterbrochene Aufmerksamkeit braucht. Starren ist nicht Flirten.


Wann darf ich jemanden ansprechen?

Wenn du jemanden unbedingt etwas fragen möchtest, dann am besten zwischen zwei Sätzen. Während jemand gerade trainiert, wird er nicht angesprochen. Punkt.

Mit einer unbekannten Person kann man kurz zwei Sätze wechseln und sich danach wieder dem eigenen Training widmen. Wenn jemand an einem Gerät trainiert, das du ebenfalls benutzen möchtest, ist die klassische Frage:

„Wie viele Sätze hast du hier noch?“

Die Person kann dir anschließend anbieten, dass ihr euch abwechselt. Wichtig: Den Vorschlag macht derjenige, der zuerst dort trainiert hat.

Du entscheidest dann, was sinnvoll ist. Noch ein oder zwei Sätze? Dann kann man einfach warten. Mehrere Sätze und ähnliche Gewichte? Dann kann man sich abwechseln. Bei 200 kg auf der Beinpresse kann das ständige Auf- und Abladen allerdings etwas mühsam werden.


Muss ich unbedingt auf dieses Gerät?

Nein. Wenn du nicht zwingend genau dieses Gerät brauchst, kannst du auch eine andere Übung machen, die Reihenfolge verändern oder mit einer anderen Muskelgruppe beginnen.

Du bist schließlich nicht dieses verzweifelte Mädchen, das bei einer besetzten Smith Machine zehn Minuten nervös hin und her läuft, weil es keine Alternative zu seinen geliebten Hip Thrusts kennt.


Besetz keine Geräte, an denen du gar nicht trainierst

Manchmal sieht man zwei Freunde, die sich im Gym treffen. Einer ist bereits fertig mit seinem Training, setzt sich auf eine Bank neben seinen Freund und beginnt ein ausführliches Gespräch.

Kein Problem – solange sie dabei nicht einen Trainingsplatz blockieren. Wenn ich an einem Platz nicht trainiere, besetze ich ihn auch nicht.

Nicht mit meinem Hintern, nicht mit meinem Handy und auch nicht mit meiner Wasserflasche.


Ungefragte Trainingstipps? Lieber nicht.

Manchmal sieht man jemanden, der eine Übung offensichtlich falsch ausführt. Sollte man ihn darauf aufmerksam machen? Grundsätzlich: Nein.

Ungefragte Ratschläge gibt man nicht. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, sich die korrekte Technik anzueignen. Wer eine Übung nicht beherrscht, kann einen Trainer fragen.

Natürlich darf auch ein Anfänger einen erfahrenen Trainierenden fragen, wie eine Übung funktioniert oder was er bei der Ausführung verbessern könnte. Und natürlich gibt es auch hier Ausnahmen.

Wenn beispielsweise ein 16-Jähriger eine völlig übertriebene Last auflegt und sich damit selbst – oder im schlimmsten Fall andere – gefährdet, sollte man nicht einfach wegschauen.

Ein kurzer Hinweis kann in so einer Situation durchaus angebracht sein.


Und bitte: Keine dummen Blicke

Versuchen wir außerdem, uns vorwurfsvoller Blicke und genervtem Seufzen gegenüber anderen zu hüten. Vor allem dann, wenn jemand neu im Gym ist. Wir alle haben einmal angefangen.

Und wenn wir ganz ehrlich sind, war unser erster Besuch im Fitnessstudio wahrscheinlich auch kein besonders beeindruckender Anblick. 🙂


Das 40-Minuten-Date mit einem Gerät

Eine besonders interessante Spezies sind jene Menschen, die mit einem einzigen Gerät eine 20-, 30- oder sogar 40-minütige Beziehung eingehen. In einem kommerziellen Fitnessstudio ist das schlicht rücksichtslos.

Wenn du unbedingt zehn oder zwölf Sätze derselben Übung machen möchtest, nimm dir Kurzhanteln oder komm zu einer Zeit, in der das Gym fast leer ist. Zehn Sätze Benchpress am Montag um 18 Uhr? Piiiiiep …


6) Posieren und Fotografieren

Fitness und Narzissmus – das wäre eigentlich ein Thema für einen eigenen Artikel. 🙂 Wenn du ein Selfie machen möchtest: Kein Problem.

Aber bitte nicht so, dass du dafür ein Gerät oder den Hantelbereich blockierst. Mach dein Foto schnell und achte darauf, dass möglichst keine anderen Personen darauf zu sehen sind.

Andere Menschen ohne deren Zustimmung zu fotografieren oder zu filmen, ist übrigens nicht nur ziemlich daneben, sondern kann auch rechtliche Konsequenzen haben.


Und wenn du deine Form kontrollieren möchtest und dafür unbedingt die Kleidung ausziehen musst, gibt es ebenfalls geeignetere Orte. Zum Beispiel einen separaten Aerobic-Raum, sofern vorhanden.

Oder – noch besser – einen FKK-Strand. Dort kannst du deine Proportionen nach Herzenslust präsentieren. 🙂

Nach dem Vorbild der internationalen Fitness-Influencer warte ich eigentlich nur noch darauf, dass unsere Jugend irgendwann beginnt, im Gym komplette Kamerastative aufzubauen. Wahrscheinlich lässt sich auch das nicht verhindern.

Falls ihr allerdings irgendwann hört, dass jemand einen Fitness-Influencer angegriffen hat, weil dieser das Fitnessstudio mit einem Filmstudio verwechselt hat, dann werden wir uns eine Weile nicht sehen. 🙂


7) Respektiere den persönlichen Raum

Eine klassische Situation: Ein Typ trainiert gerade auf einer Bank, direkt vor dem Kurzhantelständer. Genau die Hanteln, die du brauchst, liegen unmittelbar vor ihm.

Dein erster Gedanke: „Ich schleiche mich einfach schnell und unauffällig vorbei. Ich bin ja schlank und …“ FALSCH!


Warte einfach, bis er seinen Satz beendet hat. Dann nimmst du dir die Hanteln. Ganz einfach.

Man läuft nicht unmittelbar an jemandem vorbei, der gerade mit schweren Gewichten trainiert. Nicht nur aus Gründen der Höflichkeit – sondern auch, weil es schlicht gefährlich sein kann.

Ein bisschen Rücksicht kostet nichts. Und macht das Gym für alle angenehmer.